Über uns

Herzlich willkommen auf meiner Homepage!

Sie finden hier einen Bericht über die Entstehungsgeschichte der Flensburger Hefte sowie einige exemplarisch vorgestellte Interviews von mir aus verschiedensten Bereichen.

Außerdem informiere Sie über Aktuelles sowie über Vorträge und Seminare von mir.

Biographie: Am 1. Februar 1953 wurde ich in Flensburg geboren. Nach dem Abitur in Flensburg habe ich einen Waldorfkindergarten und eine Waldorfschule in Flensburg mitbegründet. Studium der Theologie an der Freien Hochschule der Christengemeinschaft in Stuttgart und in Berlin; Studium der Wirtschaft, Politik und Germanistik (Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen) in Flensburg. 1983 bis 1999 in der Leitung der Anthroposophischen Gesellschaft Flensburg. Herausgeber der Flensburger Hefte - einem Periodikum mit anthroposophischen und tagesaktuellen Themen -, von 1983 bis Anfang 2019. 2001 bis 2009 Politikunterricht an der Waldorfschule Flensburg; Vortragsredner, seit 2002 Mitarbeiter des „FernstudiumWaldorfpädagogik“.


Historie der Flensburger Hefte

Vorläufer

Die Flensburger Hefte hatten ihre ersten Wurzeln in der Begründungsphase der Waldorfschule Flensburg. Seit 1978 gab es dort eine kleine Schulzeitschrift, deren Redaktion ich 1979 übernahm. Bereits Ende 1981 begann ich den inhaltlichen Teil dieser „Mitteilungen des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik Flensburg e.V.“ durch Interviews aufzuwerten. Das erste Interview fand auf einem Schiff im Flensburger Hafen mit Mitgliedern von Greenpeace statt, das zweite mit dem Dichter Erich Fried.

Mitteilungen anthroposophischer Einrichtungen im Raum Flensburg

Kurz vor der Eröffnung der Waldorfschule in Flensburg (Sommer 1983) trennten sich unsere Wege, die Idee der Zeitschrift aber nahm ich mit und gründete am Ostermontag, dem 4. April 1983, während einer anthroposophischen Tagung in Flensburg mit einigen Kolleginnen und Kollegen die Flensburger Hefte, die zuerst „Mitteilungen anthroposophischer Einrichtungen im Raum Flensburg“ hießen und ab Nr. 10 in Flensburger Hefte umgetauft wurden.

Die vierteljährlich erscheinenden Mitteilungen waren zuerst noch keine Bücher, sondern Hefte von ungefähr 100 Seiten. Wesentliche Bestandteile dieser Mitteilungen waren zwei Bereiche – zum einen Interviews und Artikel zu verschiedensten Themen, zum anderen die Idee der Zusammenarbeit aller anthroposophischen Initiativen und Einrichtungen im Raum Flensburg; konkretisiert in einer Zeitung durch kleinere Artikel. Alle anthroposophischen Initiativen und Einrichtungen hatten in dieser Zeitschrift ihre Sparte, wodurch dokumentiert werden sollte, daß es bei aller Verschiedenheit und Unabhängigkeit der einzelnen Einrichtungen doch eine gemeinsame Wurzel in der Anthroposophie gab.

Der Verlag

In der Nr. 10 – erstmalig mit dem Namen Flensburger Hefte – erschien ein Interview mit Wolfgang Gädeke: „Hat die lebenslange Ehe einen Sinn?“ Dieses Interview schlug ein wie eine Bombe, und ich legte mit einem zweiten Interview nach, woraus sich aber die Notwendigkeit eines Buches ergab. Im Jahr 1986 war das die Geburtsstunde der Flensburger Hefte als Bücher von ungefähr 200 Seiten.

Das erste Buch war das Sonderheft „Partnerschaft und Ehe“, welches sich so gut verkaufte, daß ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen einen Verlag gründen mußte; ab Januar 1987 eine GbR, etwas später eine GmbH.

Die Flensburger Hefte erschienen weiterhin vierteljährlich in numerischer Reihenfolge auch als Bücher ab Nr. 15. Die Nummern 11, 13 und 14 erweiterten wir nachträglich zu Büchern, so daß zwischen 1986 und 2018 die FH 11 und 13 bis 140 erschienen; zwischenzeitlich in lockerer Reihenfolge eine Sonderheftreihe von insgesamt 41 Ausgaben. Darüber hinaus verlegten wir 49 Bücher anderer Autoren sowie ein Hörbuch. 104 Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt (verlegt in Argentinien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Israel, Italien, Niederlande, Polen, Schweden, Ungarn, USA)

Veränderungen im Druckgewerbe

1979 bis 2018 habe ich Zeitschriften und Bücher verlegt, und wenn man auf diese 40 Jahre zurückblickt, kann man nur ins Staunen kommen angesichts der technischen Entwicklungen und Veränderungen im Druckgewerbe innerhalb der letzten Jahrzehnte. Ich kenne sogar noch den Bleisatz aus den Druckereien. Die ersten Interviews habe ich noch mit der Hand vom Tonband abgeschrieben, den Interviewpartnern zur Korrektur mit der Post zugeschickt und später samt Korrekturen tippen lassen – auf einer Schreibmaschine! Ich kann mich noch gut erinnern, welch ein Segen es war, als wir Ende der 80er Jahre digital Texte verarbeiten und den Satz der Bücher selbst am PC durchführen konnten.

So haben wir im Laufe der 40 Jahre zehn Druckereien kennengelernt und fast sämtliche technische Veränderungen – vor allem in der Druckbranche – mitgemacht. Und was damals mit der Hand geschrieben und mit der Post verschickt werden mußte, geht heute bequem am PC und per Mail (Textverarbeitung und Satz), und der Druck findet per Digitaldruck in einer der größten Druckereien Europas statt.

Ideen für die Gestalt und die Vermarktung der FH

Von Anfang an war es mein Ziel, anthroposophische, sozialkritische und politische Inhalte in die Welt zu bringen – aber es sollten keine Eintagsfliegen werden, die man einmal liest und dann wegschmeißt. Das bedeutete, daß ich kein Printmedium mit Wochen- oder Monatstakt begründen wollte, sondern die erarbeiteten Inhalte sollten – wenn auch nicht für die Ewigkeit -, so doch über Jahrzehnte zur Verfügung stehen. Das bedeutete aber, daß es nur Bücher werden konnten, die wir dann ab 1986 auch verlegt haben.

Im Verlag haben wir von Anfang an alles selbst gemacht: Ideenfindung in der redaktionellen Besprechung, Erarbeitung der Artikel und Interviews, Satz, Fakturierung, Buchhaltung, Lohnbuchhaltung, Vertrieb – nur den Druck gaben wir in andere Hände.

Daß wir die Bücher von Anfang an als Verlag selbst auslieferten, war damals ungewöhnlich. Wir hatten keine Vertreter, die den Buchhandlungen mit den Neuerscheinungen aufwarteten; auch vertrieben wir nicht über Zwischenhändler. Das war ein Risiko, erforderte Werbung und überzeugende Inhalte. In der Anfangsphase gab es noch kein Internet, keine Online-Bestellungen, die Buchhandlungen hatten noch ein ganz anderes Gewicht, was kleinere Mühen für die Buchhändler und uns mit sich führte – z.B. Bestellungen per Post oder über das Telefon und für uns Lagerhaltung der Bücher, Fakturierung, Buchhaltung und ein aufwendiges Vertriebswesen mit allen Schwierigkeiten, die beim Versand auftraten.

Und heute ist das, was wir in kleinerem Umfang selbst eingerichtet hatten, normal – man bestellt per Mail, und die Bücher werden auf die Reise geschickt.

Ideen zur Sprache

Von Anfang an war es uns wichtig, keine abgehobenen Texte und begrifflich unverständliche Inhalte zu veröffentlichen, sondern mit der Sprache eher undogmatisch, konkret und lebensnah zu formulieren, vor allem auch für spirituelle Inhalte. Denn schon vor Jahrzehnten zeichnete sich ab, daß vor allem viele Vertreter der anthroposophischen Bewegung mündlich und schriftlich eine zu begrifflich-intellektuelle Sprache sprachen, die immer mehr Menschen immer weniger verstanden und langweilten. Und wenn dies auch noch mit einem gewissen überheblichen Impetus kombiniert war, wurde es unangenehm und schreckte immer mehr Menschen ab. Das Ergebnis sehen wir heute überdeutlich.

Dem wollte ich ein Gegengewicht setzen. Denn die geistigen Inhalte und Wesen, die Anthroposophie und die Auseinandersetzung auch bei allen weiteren Inhalten waren mir so wichtig, daß wir uns bemüht haben, verständlicher und undogmatischer zu sprechen und vor allem zu schreiben.

Anthroposophie im Gespräch

Besonders wichtig war es uns, die Anthroposophie ins Gespräch zu bringen – zum einen in der Form von Interviews, zum anderen dadurch, daß in einem Flensburger Heft die unterschiedlichsten Menschen mit ihren Ansichten zu einem Thema zu Wort kamen. Während der 40 Jahre kamen auf diese Weise Tausende Interviews zustande.

Und so schrieben wir bereits im Vorwort einer unserer frühen Flensburger Hefte („Engel“, FH 23; Neuauflage 1987):

„Anonyme Alkoholiker, Ärztinnen und Ärzte, Bestattungsunternehmer, Betroffene aller Art, Computerwissenschaftler, Dichter, Eurythmisten, Forscher, Gefängnisdirektoren, Generalsekretäre, Gentechniker, Gewerkschaftlerinnen, Hacker, Hexen, Hochschulgründer, Jesuiten, Komponisten, Kriminalkommissare, Kultur- und Kunsttherapeuten, Kunsthistoriker, Landwirte, Mathematiker, Minister, Mörder, Musiker, Pädagogen, Pastorinnen, Pfarrer, Pflanzenzüchter, Politiker, Priester, Professorinnen, Prostituierte, Psychologen, Radiologen, Redakteure, Schriftsteller, Schwarzmagierinnen, Seminarleiter, Sozialarbeiterinnen, Sozialtherapeuten, Spiritisten, Sterbehelfer, Studenten, Umweltschützer, Verlagsleiter u.v.m. konnten wir bisher ohne große Schwierigkeiten interviewen, aber einen Engel zu interviewen, gelang uns bisher nicht.“

Mit geistigen Wesen im Gespräch

Was damals noch als Witz formuliert worden war, wurde 2002 Wirklichkeit. Ich lernte verschiedene Menschen kennen, die in der Lage waren, mit unsichtbaren Wesen – Naturgeistern und geistigen Wesen – zu sprechen. Auf diese Weise kamen mit und durch sie über 50 Flensburger Hefte und Bücher zustande, die meisten durch die Vermittlung von Verena Staël von Holstein, die die Fähigkeit besitzt, mit diesen unsichtbaren Wesen zu sprechen.

Für viele Menschen war dies sehr ungewohnt, für viele andere aber die Öffnung zu einer ganz neuen Welt. Ich stellte die Fragen, die unsichtbaren Wesen antworteten, vermittelt durch Verena Staël von Holstein. Alle Äußerungen der geistigen Wesen in den Flensburger Heften sollen nicht per Autorität gesprochene Mitteilungen gelten, sondern dienen allein einem besseren, farbigeren und vielseitigeren Verständnis unserer Welt. Vor allem tragen die abgedruckten Gespräche dazu bei, daß wir lernen, unsere Welt und unser Gefühlsleben bewußter und differenzierter wahrzunehmen. Vor allem aber sollte man diese Gespräche als eine zusätzliche Möglichkeit nehmen, die Schönheit und Weisheit dieser Schöpfung Erde tiefgehender zu betrachten und zu verstehen.

Rückblick

Im Rückblick bin ich dankbar für diese 36 bzw. 40 Jahre. Es war eine sehr, sehr anstrengende Zeit mit viel Idealismus, Pioniergeist, Auseinandersetzungen, vor allem aber ist mir durch diese Arbeit zunehmend klargeworden, wie bunt und interessant unsere Welt ist, wie individuell die Menschen mit ihren Ansichten sind, wieviel Licht und Schatten es in der menschlichen Welt gibt und wie schön unsere Schöpfung ist. Durch jedes Gespräch mit Menschen und geistigen Wesen eröffnete sich Mosaikstein auf Mosaikstein unserer vielfältigen Welt. Herausgestaltet hat sich ein Gemälde, welches wir mit unseren 231 Büchern erarbeitet haben.

Wenn ich durch diese Arbeit etwas gelernt habe, dann: Es lohnt sich und ist lebensbereichernd, sich für unsere Mitwelt in allen Einzelheiten zu interessieren.

Dank

Und Ihnen – liebe Leserinnen und Leser – möchte ich meinen ganz herzlichen Dank aussprechen: daß Sie unsere Bücher gekauft und gelesen haben, denn ohne Sie wäre unser Verlag nicht möglich gewesen. Ich bedanke mich auch für Ihre zahlreichen Mails und Briefe; und es tut mir leid, daß ich Ihnen oft nicht gerecht genug werden konnte, weil ich sonst meine Arbeit nicht geschafft hätte.

Ganz besonders bedanke ich mich für die überaus zahlreichen Briefe und Mails, nachdem wir das Ende unseres Verlags bekanntgegeben haben. Und ganz besonders gefreut hat mich, daß in fast jedem Brief in etwa der Satz zum Ausdruck kam: „Die Flensburger Hefte haben mir die Augen für die vielseitige Farbigkeit der Welt geöffnet. Die Flensburger Hefte haben mein Leben verändert.“

Das freut mich von ganzem Herzen.

Interviews

Einleitung

Ein Schwerpunkt der Flensburger Hefte war immer der Blick in die jeweils aktuellen politischen Geschehnisse – wie z.B. die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, Ausländerhaß, Kriege und Völkermord im Kongo, Irak und Afghanistan, Syrien oder Auschwitz. Das Gespräch mit den zahlreichen Menschen und ihren jeweiligen Ansichten, mit politischen Akteuren, mit Betroffenen und Kennern der politischen Zusammenhänge haben mir von Gespräch zu Gespräch die Welt und das fruchtbare wie auch das grausame Wirken der Menschen gezeigt, vor allem aber habe ich erkannt, wie vielseitig und bewundernswert das Engagement der einzelnen Menschen in unserer Zeit ist.

Engelhard

Zwei Interviews mit Dr. Michael Engelhard

Besonders froh war ich über die Freundschaft mit Michael Engelhard, der vielfach als letztes Universalgenie bezeichnet wurde. Michael Engelhard war Botschafter in verschiedenen Ländern, überaus gelehrter Redenschreiber von Helmut Schmidt, Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher und Richard von Weizsäcker.

Gleich zu welchem Thema man Michael Engelhard befragte – er beantwortete jede Frage in meist epischer Länge mit Streifzügen von der aktuellen politischen Lage bis zur Poesie.

Hier möchte ich zwei Interviews mit ihm über die Würde und die Ursachen und Phänomene des Hungers in der Welt vorstellen (aus dem FH 121, „Würde“ und dem FH 100, „Dein Hunger ist mein Hunger“).

Weitere Interviews mit Michael Engelhard finden Sie im FH 76 („Kampf der Kulturen?), im FH 81 („Die neue Weltordnung. Der Irak-Krieg und seine Folgen“), im FH 83 („Werte“), im FH 86 („Schuld“), im FH 90 („Die Zukunft der Freiheit“), im FH 94 („Zeitgeist“), im FH 114 („Ende oder Neubeginn? Die Menschheit am Scheideweg“) und im FH 131 („Empathie“).

Dr. Scholl-Latour

Interview mit Dr. Peter Scholl-Latour

Wie der Spiegel schrieb, war Peter Scholl-Latour einer der letzten Welt-Erklärer, da er als vielleicht einziger Mensch wirklich jedes Land der Erde bereist hat, um politische Gespräche zu führen, Dokumentationen zu filmen und darüber Bücher zu verfassen. Das führte zu einem reichhaltigen Weitblick in der Beurteilung der Menschen und ihrer oft unguten Taten. Und so sah Peter Scholl-Latour immer wieder politische Bewegungen voraus, die andere mitunter nicht wahrhaben wollten, die dann aber doch eintraten.

Was er den meisten Menschen voraushatte: Wir alle schöpfen und beurteilen unser Wissen oft etwas distanziert aus den Medien, Peter Scholl-Latour aber fuhr zu den Brennpunkten des politischen, oft kriegerischen Geschehens, sprach mit zahlreichen Menschen und bildete sich dadurch seine Anschauungen.

Insofern freue ich mich, daß ich ihn in sieben Interviews befragen konnte. Das nachstehende Interview stammt aus dem FH 100 („Dein Hunger ist mein Hunger“). Weitere Interviews mit Peter Scholl-Latour finden Sie im FH 69 („Islamische Impressionen“), FH 76 („Kampf der Kulturen?“), zwei Interviews im FH 81 („Die neue Weltordnung. Der Irak-Krieg und seine Folgen“), FH 90 („Die Zukunft der Freiheit“) und im FH 114 („Ende oder Neubeginn? Die Menschheit am Scheideweg“).

Farhang

Interview mit Armin Farhang

Im Frühjahr 2002, kurz nach Beendigung des Krieges, flog ich mit zwei Kollegen nach Afghanistan, um vor Ort ein Frauen- und Waisenhaus in Kabul zu begründen. Diese Reise habe ich im Flensburger Heft 77 („Gegen das Elend der Welt. Eine Reise nach Afghanistan“) dokumentiert.

Ein Besuch galt auch Armin Farhang, dem Minister für Wiederaufbau. Er war kurz zuvor aus Deutschland zurückgekommen, um diese fast unmögliche Aufgabe zu übernehmen.

Wir sprechen über die damit zusammenhängenden Probleme in Afghanistan 2002, über die Taliban und über Farhangs Inhaftierung während der kommunistischen Periode Afghanistans. Über diese Zeit hat er auch eine sehr berührende Kurzgeschichte, „Der alte Schreiber“, verfaßt, die ich auch hier hochladen möchte.

Duve

Interview mit Freimut Duve

Freimut Duve; SPD-Bundestagsabgeordneter, Publizist, Repräsentant der OSZE für die Freiheit der Medien, war spätestens seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts einer der bekanntesten und vielseitigsten Politiker der SPD. Nicht so bekannt war, daß er anthroposophische Eltern hatte und nach dem Krieg Schüler der ersten Waldorfschule in Hamburg war.

Sein Vater war Jude und lernte seine Frau in einer anthroposophischen Buchhandlung in Hamburg kennen. Da Freimut Duve wegen der Rassengesetze der Nazis als Halbjude galt, hat seine Mutter diese Herkunft bis Kriegsende verschwiegen und alles aufopfernd dafür getan, daß es nicht herauskam.

Und so begann Freimut Duves Leben mit einer Lüge, wie er selbst formulierte. In seinem Haus in Hamburg entstand das folgende Gespräch über sein Leben, über die Rassendiskriminierung der Nazis und der in anderen Ländern, über Lügen in der Politik und über seinen Einsatz für die Menschenrechte (abgedruckt in FH 88, „Lügen“).

Ein weiteres Interview mit Freimut Duve finden Sie im FH 92 („Kulturdialog oder Kulturkampf? Islamische und westliche Werte im Gespräch“).

Bejarano

Interview mit Esther Bejarano

Wenn man das Leben eines Menschen vom Ende her betrachtet, erkennt man oft den roten Faden des Schicksals, den man mitten im Leben nicht zu sehen vermag. Oft sind es die helfenden Hände anderer Menschen oder die auf den ersten Blick gewaltsam von außen einschneidenden Ereignisse, die eine Wende im eigenen Schicksal ermöglichen, so daß man zu dem Menschen werden konnte, der man eigentlich sein wollte.

Zu den schrecklichsten Erfahrungen, die Menschen ertragen mußten, war die Internierung im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Nur wenige haben diese Grausamkeit überlebt und sich später der Öffentlichkeit gestellt, um die Nachwelt von ihrem Schicksal und der Schuld der deutschen Nazis zu berichten.

Sehr dankbar war ich, daß ich zwei Frauen interviewen konnte, die Auschwitz überlebt haben: zum einen Erna de Vries, nachzulesen im FH 133 („Gewalt“), und das nachstehende Interview mit Esther Bejarano aus dem FH 127 („Mein Leben“).

Tekkal

Interview mit Düzen Tekkal

 

Gewalt ist ein sehr weit gefaßter Begriff mit zahlreichen Facetten – von der Gewalt Gottes über die Gewalten in einem demokratischen Staat über Kriege bis hin zum Gewaltpotential im Menschen und allen zwischenmenschlichen Gewalttaten. Um die Gewalt im Menschen und unter den Menschen in einigen Facetten darzustellen, haben wir das Flensburger Heft 133 („Gewalt“) zusammengetragen. Dieses Buch besteht eigentlich aus zwei – wenn auch untrennbaren – Teilen: dem Blick in unser Innenleben und dem Blick in die Welt. Zum einen schauen wir auf die eher versteckte zwischenmenschliche Gewalt in unserem Umkreis sowie auf die Gewaltpotentiale in uns selbst. Andererseits sind wir alle auch Mitwirkende und Verantwortungsträger dieser einen Menschheit. Deshalb können wir nicht mehr die Augen vor den Gewalttaten verschließen, die Menschen in jeder Minute unseres Lebens an zahlreichen Orten dieser Erde erleiden müssen.

 

Einen Blick in die schrecklichsten Gewaltexzesse der letzten Jahre eröffnet uns die Journalistin Düzen Tekkal, die nach dem Völkermord an den Jesiden durch den IS im August 2014 in den Nordirak gereist ist; zugleich warnt sie davor, daß unsere Werte in Deutschland durch extreme religiöse und politische Gesinnungen gefährdet sind.

Interview mit Robert Jungk

Der Abwurf der amerikanischen Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima in den ersten Augusttagen 1945 wie auch die gegenseitige atomare Aufrüstung der USA und der UdSSR und die spätere atomare Vernichtungsmöglichkeit großer Teile der Erde haben das Bewußtsein der Menschheit in bezug auf diese Vernichtungswaffen in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend geprägt.

Zu den ersten Warnern vor den technischen Möglichkeiten und dem atomaren Wettrüsten gehörte der Schriftsteller und Zukunftsforscher Robert Jungk. Ich interviewte ihn während einer Tagung in Österreich über sein Leben, die Kraft der menschlichen Ideale, das Gefesseltsein vieler Wissenschaftler in ihren vorgegebenen Strukturen sowie die politische Resignation vieler Menschen schon am Ende des letzten Jahrtausends.

Aber er berichtet vor allem auch über die mögliche innere Umkehr des Menschen, vor allem auch über seine eigene, als er als Reporter mit zwei Sterbenden in Hiroshima sprach. Ihm ging dabei auf, daß es nicht darauf ankam, nur den aktuellen News hinterherzurennen, sondern vielmehr auf die Folgen des wissenschaftlich-technischen Handelns für die Menschheit hinzuweisen.

Nach dem Interview (im FLENSBURGER HEFT 25: „Rechtsleben und soziale Zukunftsimpulse. Von der Dreigliederungsidee Rudolf Steiners zur Volksgesetzgebung“) rief er mir noch zu: „Wir bleiben in Kontakt, denn ich glaube an die Kraft der menschlichen Verbindung.“

Interview

Einleitung

Wenn man in die Welt schaut und nicht die Augen verschließt, erkennt man weltweit das fast unvorstellbare Elend von Millionen von Menschen – bewirkt durch Kriege, Hunger, Krankheiten, Versklavungen, Verschuldungen usw. Die meist daraus entstehenden Lebenskrisen sind so vielfältig, wie es menschliche Individuen gibt. Lebenskrisen brechen oft plötzlich und heftig herauf, mitunter aber schleichen sie sich herein.

Lebenskrisen können durch kriegerische Konflikte oder durch Unfälle in das menschliche Schicksal hereinbrechen, genauso durch Armut, schwere Krankheiten, durch sexuellen Mißbrauch oder Sucht, durch Arbeitslosigkeit, menschliche Konflikte oder den Tod des Partners.

In jeder Krise liegt aber auch oft die Chance auf etwas Neues, wenn man einen lebensverändernden Schritt gehen kann und will.

Lebenskrisen verschiedenster Art haben wir sehr oft in den Flensburger Heften aufgegriffen: Drogensucht, Alkoholsucht, Onlinesucht, Krebs, Scheidung, Tod, Depression, Angst, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit, Hunger, der Mensch als Ware, Armut.

Aus dieser Bandbreite von Themen möchte ich wenigstens einige vorstellen.

Fintelmann

Interview mit Prof. Dr. med. Volker Fintelmann

 

Prof. Dr. med. Volker Fintelmann lernte ich schon in jungen Jahren kennen, als ich ein erstes Interview mit ihm im Jahr 1982 für die „Mitteilungen des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik Flensburg e.V.“ über Angriffe auf die Therapiefreiheit und Naturheilmittel führte (Nr.23).

 

Später führte ich mit Volker Fintelmann noch neun lange Gespräche, u.a. über den Tod, die menschliche Individualität, Krebs, Misteltherapie, Zucker und das Wesen der Organe. Das Besondere an diesen Gesprächen war immer die Länge und Ausführlichkeit der Thematik und daß Volker Fintelmann auch die schwierigsten medizinischen Fachfragen unermüdlich und verständlich beantwortete.

 

Eine Besonderheit war, daß wir zwei dieser Interviews auch als Hörbuch („Der Tod als Höhepunkt des Lebens“ und „Das Ich ist urgesund“) aufgenommen haben.

 

Krebs ist eines der Fachgebiete Volker Fintelmanns, und in dem ersten von drei Interviews über Krebs und die Misteltherapie spricht er nicht nur über die äußeren Auswirkungen der Krebs-Krankheit, sondern auch über ihre geistigen Hintergründe als einer Krankheit, die sich gegen das Ich richtet.

 

Weitere Interviews mit Volker Fintelmann finden Sie im FH 59 („Umgang mit dem Sterben“), FH 87 („Individualität“), FH 99 („Heilende Kräfte“), FH 103 („Krebs“), FH 104 („Mistel und Misteltherapie“), FH 115 („Organspende“), FH 116 („Vom Wesen der Organe“) und FH 125 („Zucker – Lebensmittel und Droge“).

Wais

Interview mit Mathias Wais

Sexueller Mißbrauch gehört zu den schwersten Eingriffen in das Leben eines anderen Menschen, kommt viel häufiger in unserer Gesellschaft vor, als man denkt, und war bis vor kurzem ein gern verschwiegenes und nicht beachtetes Tabuthema, obwohl sexueller Mißbrauch oftmals das Leben von Menschen zerstört. Man schätzt, daß in unserer Gesellschaft jedes vierte Mädchen und jeder neunte Junge sexuell mißbraucht wird.

Und die Täter sind unsere Nachbarn. Wie man mit diesen Tätern spricht und welche Strategie sie vor und während des sexuellen Mißbrauchs anwenden und in welche Lebenskrise die Opfer geraten, lesen Sie im nachstehenden Interview mit dem Neuropsychologen und Sozialtherapeuten Mathias Wais.

Weitere Interviews mit Mathias Wais finden Sie im FH 31 („Biographiearbeit“), im Sonderheft 10 („Biographiearbeit II“), im FH 75 („Einsamkeit“) und im FH 133 („Gewalt“).

Pfeiffer

Interview mit Prof. Dr. Christian Pfeiffer

Schon im Jahr 2007 haben wir uns in dem FH 98 („Jugend ohne Zukunft“) den verschiedensten Verwahrlosungserscheinungen der Jugend gewidmet: Gewalt, Pornokonsum, Pornosprache, Werteverlust, allgemeine Verrohung, oft bedingt durch die Armutsverhältnisse, in denen Kinder und Jugendliche aufwachsen. Diese Probleme sind bis heute keineswegs kleiner geworden.

Wie sich der Alltag der heute lebenden Jugendlichen vor allem durch die neuen Medien – Internet, Computerspiele, Smartphones – verändert, hat Prof. Dr. Christian Pfeiffer – damals Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, laufend untersucht.

Im nachstehenden Interview berichtet Christian Pfeiffer über die Auswirkungen von Medienkonsum und dem Spielen von Killerspielen, u.a. auf das Lernverhalten von Jugendlichen.

Prof. Dr. Dr. Spitzer

Interview mit Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer

Im Flensburger Heft 109 („Leere Seelen“) haben wir uns dem Einfluß bzw. Folgen von Medien, speziell Fernsehen und Killerspiele, gewidmet. Dazu habe ich den Psychiater und Gehirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer interviewt. Er erklärt im nachstehenden Interview dezidiert die Folgen von zu starkem Medienkonsum, vor allem auf die Kinder und Jugendlichen.

Meinecke

Interview mit Cristina Meinecke und Dr. med. Christoph Meinecke

Psychische und körperliche Gewalt gegen Kinder ist eine weitverbreitete grauenhafte Tat, die häufig die Seelen der Menschen lebenslang zerstört. Die Gewalt gegen Kinder macht einen sprachlos, und sie kommt in allen sogenannten sozialen Schichten vor.

Um zwei Menschen zu diesen brutalen Praktiken zu befragen, besuchte ich Cristina Meinecke – Heilpädagogin und in der Heimleitung vom Emmi-Pikler-Haus in Falkensee - und Christoph Meinecke – Kinder- und Jugendarzt, Psychotherapeut - in Berlin und befragte sie über die verschiedensten Formen der Gewalt im Kinderzimmer und über die körperlichen und seelischen Folgen; entnommen aus dem FH 133 („Gewalt“).

Interview mit Ingo Warnke

Für eines der ersten FLENSBURGER HEFTE (Nr. 16: „Kulturvergiftung. Rauschgift, Sucht und Therapie“) widmeten wir uns der Wirkung von Drogen und besuchten in der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland verschiedene Drogen-Therapiestätten. Für die erweiterte Neuauflage dieses FLENSBURGER HEFTES interviewte ich drei Jahre später Ingo Warnke, den Gründer von Synanon in Berlin, der größten Selbsthilfeorganisation für ein Leben ohne Drogen in Deutschland.

Er berichtet in diesem ausführlichen Interview über seine Drogenkarriere und seinen Weg aus den Drogen über Release in Heidelberg bis zur Gründung von Synanon in Berlin und über die innere Struktur von Synanon. Sehr lebendig schildert er die verschiedenen Wege in die Drogen, den Entzug und welche Chancen der Mensch – u.a. durch die Arbeit und Gesprächskultur bei Synanon – trotz seines krummen Weges ergreifen kann: „Der krumme Baum kann außerordentlich schmackhafte und gesunde Früchte tragen.“

Siehe auch das Interview mit Peter Elsing, dem Nachfolger von Ingo Warnke, im FLENSBURGER HEFT 85 („Sucht – Neue Drogenwirkungen, Onlinesucht, Beziehungssucht“) sowie das lange Interview mit Dietmar Höhne u.a. über die Anfänge von Release in Heidelberg im FLENSBURGER HEFT 127 („Mein Leben“).

Interview

Einleitung

Die wesentlichste Grundlage der Flensburger Hefte war von Anfang bis Ende die Anthroposophie. Immer verstanden wir uns als anthroposophisches Printmedium, und sehr oft bewegten sich unsere Interviews und Artikel im anthroposophischen Kontext, allerdings immer mit dem Blick zu anderen Weltanschauungen und deren Vertretern.

Auch die verschiedenen Religionsauffassungen bildeten immer wieder einen wichtigen inhaltlichen Baustein der Flensburger Hefte. Fortwährend haben wir auch klar betont, daß die Anthroposophie keine Religion ist, sondern eine Geisteswissenschaft.

Zeylmans

Interview mit Cordula und Emanuel Zeylmans van Emmichoven

Eine wesentliche Begegnung in der Geschichte der Flensburger Hefte war auch die mit Cordula und Emanuel Zeylmans van Emmichoven. Oft habe ich die beiden in ihrem Haus in Hessen besucht und mehrere lange Interviews mit ihnen geführt. – Nachstehend lesen Sie das erste Interview mit ihnen über Selbsterkenntnis, Meditation, Nebenübungen, Naturwahrnehmungen und auch über die möglichen Schwierigkeiten auf dem Schulungsweg aus dem FH 47 („Übungen zur Selbsterziehung“).

Weitere Interviews mit Emanuel Zeylmans finden Sie in den FH 55 („Naturgeister“), FH 71 („Einblicke in die Anthroposophie“), Sonderheft 17 („Ita Wegman und die Anthroposophie“). Darüber hinaus haben wir das Buch „Licht der Sinne“ von Cordula Zeylmans verlegt.

Schroeder

Interview mit Hans-Werner Schroeder

Die Auferstehung Christi ist das Zentralereignis unserer Erdengeschichte, und die Geheimnisse und Kräfte, die damit verbunden sind, sind Taten, die nicht nur in den christlichen Religionsgemeinschaften wahrgenommen werden, sondern es sind Taten für jeden Menschen und die gesamte Erde samt aller auf ihr lebenden Wesenheiten. Diese Zusammenhänge sind schwer zu verstehen, aber im Flensburger Heft 52 („Auferstehung. Von der Gegenwart Christi“) haben wir uns dieser Thematik angenommen.

Ein Interview zu dieser Thematik möchte ich hier vorstellen, und zwar mit Hans-Werner Schroeder, einem Priester der Christengemeinschaft.

Weitere Interviews mit Hans-Werner Schroeder sind in folgenden Flensburger Heften erschienen: FH 23 („Engel“), FH 31 („Biographiearbeit“), FH 39 („Christus“), FH 71 („Einblicke in die Anthroposophie“), FH 94 („Zeitgeist“).

 

Voigt

Interview mit Walther Voigt

Walther Voigt war der erste Priester der Christengemeinschaft in Flensburg; ab 1946. Später wechselte er in die DDR, kam aber oft zu Besuch zu meinen Eltern. Er war für mich wie ein väterlicher Freund, und ich stand bis zu seinem Tod über fast jedes erschienene Flensburger Heft in Briefwechsel mit ihm.

Ich wollte ihn im Zuge einer Reise nach Prag in Dresden interviewen, verschob aber meine Reise zeitlich nach vorne und führte das nachstehende Interview. Wenige Tage später wurde er von einem Auto überfahren. Hätte ich meine Reise nicht verschoben, hätte ich ihn nicht mehr angetroffen.

Dieses Interview aus FH 59 („Umgang mit dem Sterben“) hat den Tod, Sterbebegleitung, Schicksalsereignisse und die Beziehung zu den Verstorbenen als Thematik.

Zakzouk

Prof. Dr. Mahmoud Hamdi Zakzouk

Mit meinem Freund Hazem Saad war ich zehn Tage in Kairo und habe Interviews mit verschiedensten Vertretern des Islam geführt, wodurch das Flensburger Heft 69 („Islamische Impressionen“) entstanden ist. Eines dieser Interviews fand im Waqf-Ministerium, dem Ministerium für Religiöse Angelegenheiten, mit dem Minister für Religiöse Angelegenheiten, Prof. Dr. Mahmoud Hamdi Zakzouk, statt.

Wir sprachen über den praktizierten Islam, die Sunna, die Beziehung zwischen Koran und Wissenschaft sowie über den arabischen Philosophen Ibn Rushd (Averroës).

Schimmel

Interview mit Prof. Dr. Annemarie Schimmel

Eine phaszinierende Begegnung war auch die mit Prof. Dr. Annemarie Schimmel, der Islamwissenschaftlerin und Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. – Wir sprachen über die islamische Mystik, den Sufismus, sowie über die Stellung der Frau im Islam.

Ein weiteres Interview mit Annemarie Schimmel über die Träume im Orient finden Sie im FH 70 („Träume“)

Thun

Interview mit Maria Thun

Maria Thun war die Grande dame der biologisch-dynamischen Bewegung, bekannt durch ihre jahrzehntelange Pflanzenforschungen und den Aussaatkalender mit Terminen und praktischen Tips für die Aussaat-, Pflanz- und Erntetage unserer Kulturpflanzen.

In diesem Interview erzählt Maria Thun über ihr Leben, ihre Begegnung mit der Anthroposophie, ihre Pflanzenforschungen und ihren jahrzehntelangen Willenseinsatz für die Verlebendigung der Erde.

Smit

Interview mit Jörgen Smit

Eines der ersten Flensburger Hefte (Nr. 15: „Waldorfschule und Anthroposophie“) widmeten wir der Waldorfpädagogik und interviewten neben Stefan Leber und Johannes Kiersch auch Jörgen Smit, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und Leiter der Pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach. In diesem Interview geht es um den Erkenntnisweg Anthroposophie sowie um den inneren bzw. meditativen Schulungsweg der Waldorflehrerinnen und Waldorflehrer, die vielfach durch die täglichen Belastungen in ihrem Beruf überanstrengt sind. Zugleich erklärt Jörgen Smit die Grundzüge der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft der Anthroposophischen Gesellschaft.

Siehe auch das Interview mit Jörgen Smit („Der Schulungsweg des Lehrers“) im Flensburger Heft Nr. 29 („Freie Schule“).

Interview

Gespräche mit Bäumen

Bäume begleiten den Menschen, solange Menschen auf dieser Erde leben. Sie dienten ihm als Heiligtum und als Nahrungsquelle; sie trugen dazu bei, daß diese Erde bewohnbar wurde – und sie sind bis heute einzigartig. Die Menschen besangen die Bäume in ihren Liedern, schrieben Gedichte über sie oder freundeten sich mit einem Baum an. Die Freundschaft, die Mensch und Baum oft verbindet, hängt auch damit zusammen, daß die Bäume die individuellsten, menschenähnlichsten Wesen im Pflanzenreich sind.

Vier Flensburger Hefte mit Gesprächen mit den geistigen Wesen der Bäume haben wir zusammengestellt. Hier stelle ich vier Gespräche vor – mit der Elsbeere, dem Lebkuchenbaum, dem Weißdorn und dem Kautschukbaum – damit Sie ihr Wesen, ihre Aufgabe und ihre Weisheit kennenlernen.

Gespräche mit Tieren

Die menschliche Seele ist reichhaltig, schillernd, vielseitig, - und jede Eigenschaft findet sich wie in einem Spiegel in einem speziellen Tier verkörpert. Indem der Mensch also die Weisheit der Tierwelt anschaut, sich ihr staunend öffnet, lernt er seine eigene Seele in ihrer Reichhaltigkeit genauer kennen. Die Tierwelt ist die Antwort für die sich öffnende Menschenseele. Und diese Tierwelt ist so mannigfaltig, daß wir sie kaum erfassen können.

Jedes Tier birgt viele Geheimnisse und hat eine ganz spezielle Aufgabe in der Natur. Es verkörpert auch einen bestimmten Wesenszug, eine markante Eigenschaft des Menschen. Wer sich mit den Tieren beschäftigt, beginnt nicht nur zu staunen, sondern enträtselt die Natur und lernt, sich selbst besser zu erkennen. Die Tierwelt ist das äußere Spiegelbild der menschlichen Seele - ihrer guten wie ihrer schlechten Eigenschaften.

Neun Flensburger Hefte haben wir mit Gesprächen mit Tieren zusammengestellt. Meistens waren dies Gespräche mit dem Gruppen-Ich der jeweiligen Tierart. Hier möchte ich vier Gespräche vorstellen: mit dem Schuhschnabel, dem Rentier, dem Albatros und dem Puma.

Gespräche mit Obst- und Gemüsepflanzen

Selbstverständlich werden auch die Obst- und Gemüsepflanzen von kleineren und größeren Wesen in ihrem Werdeprozeß geleitet.

Was wir heute meist gedankenlos im Supermarkt kaufen, war vor Jahrhunderten eine seltene Kostbarkeit, oft unerreichbar bzw. unbekannt und mit größten Mühen beim Transport und der Züchtung verbunden.

Sehr viele Gemüsesorten sind dabei aus dem Westen, die meisten Obstsorten aus dem Osten nach Europa gekommen.

Wir haben ein Flensburger Heft mit Gesprächen mit Gemüsepflanzen und zwei mit Obstpflanzen bzw. Obstbäumen veröffentlicht. Hier stellen wir ihnen Gespräche mit der Zwiebel, der Blaubeere, der Ananas und der Mangostane vor.

Gespräche mit Gewürzen und Kräutern

Vor 500 Jahren sprach man in Europa fast geheimnisvoll vom Gold Ostindiens. Es löste enorme Weltbewegungen aus, aber die Menschen Europas wußten fast nichts über seine Herkunft. Dieses sogenannte Gold gab es weltweit nur auf einigen winzigen Inseln im Gebiet der Molukken. Allerdings handelte es sich bei dieser Art von Gold keineswegs um das Metall, sondern um ein Gewürz: die Muskatnuß.

Die Geheimnisse um die Herkunft einiger Gewürze kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, ebensowenig die damals von den Europäern ausgelösten Exzesse beim Gewürzhandel; denn fast alle Gewürze sind heute in großen Teilen der Erde beständig griffbereit. Diese Bequemlichkeit hat aber auch dazu geführt, daß sehr viele Menschen jeglichen Bezug zu den Gewürzpflanzen verloren haben.

Aber jede Gewürzpflanze hat ihre besondere Schönheit und ihre aussagekräftige Gestalt und offenbart dadurch einen Teilaspekt der Schöpfung. Diese Pflanzen schenken uns die vielfältigen Gewürze für unsere Speisen, noch mehr die verschiedenen Heilkräfte, die in ihnen verborgen liegen.

Vier Flensburger Hefte haben wir mit Gesprächen mit Gewürzen und Kräutern publiziert. Vier dieser Gespräche stellen wir hier vor: Koriander, Thymian, Vanille, Löffelkraut.

Gespräche mit Gefühlen und Tugenden

Auch unsere Gefühle und Tugenden und Charaktereigenschaften leben nicht nur in uns Menschen, sondern ihre Grundkraft wird von jeweils einem Wesen repräsentiert, in allen Facetten gestaltet und geleitet. Diese Gespräche mit den Gefühlen waren immer sehr lebendige Dialoge, die man nur annähernd vorbereiten konnte, die oft in eine ganz andere Richtung als erwartet führten und die sehr schnell und mit höchster Aufmerksamkeit geführt werden mußten.

Acht Flensburger Hefte mit diesen Gefühlsgesprächen haben wir geführt und veröffentlicht. Diese Bücher beinhalten Gespräche mit den geistig-seelischen Wesenheiten, die die Gefühle vertreten. Die lebendigen Dialoge zeigen die Vielseitigkeit und die weiten Dimensionen der jeweiligen Gefühle und können als Anregungen für ein bewegliches Denken dienen. Zugleich sind diese Gespräche ein Beitrag, um unser Gefühlsleben bewußter und differenzierter wahrnehmen zu lernen. Die Art dieser Gespräche eröffnet völlig neue Perspektiven – sie sind lustig und auch traurig, sehr lehrreich, und sie helfen, die Schönheit und Weisheit dieser Schöpfung Erde tiefgehender zu betrachten und zu verstehen.

Jede Äußerung dieser Wesen, die die Gefühle und Tugenden vertreten, sind keine per Autorität gesprochenen Mitteilungen, sondern dienen allein einem besseren, farbigeren und vielseitigeren Verständnis unserer Welt und speziell den zahlreichen Gefühlen, die die Menschen heute oft überhaupt nicht mehr differenziert wahrnehmen. Man sollte diese Äußerungen – genausowenig wie die Rudolf Steiners – nicht einfach nur glauben, sondern sie kritisch entgegennehmen und prüfen, inwieweit sie die Erkenntnis- und Wirkungsmöglichkeit des Menschen erweitern können. Vor allem aber sollte man diese Gespräche als eine zusätzliche Möglichkeit nehmen, die Schönheit und Weisheit dieser Schöpfung Erde tiefgehender zu betrachten und zu verstehen.

Seminar in Helsinki 14.-15.09.19

Seminar in der Anthroposophischen Gesellschaft; Helsinki

Sonnabend, 14.09.19, 10 bis 15:30 Uhr
Neue Mitteilungen aus der Welt der Natur- und Geistwesen I und II
Wolfgang Weirauch berichtet aus bisher unveröffentlichten Gesprächen mit den Natur- und Geistwesen.
Themen: Welche verschiedenen Wesen wirken in den Steinen, im Sand, im Wasser, in der Luft, und wie kann der Mensch mit ihnen Kontakt aufnehmen? Über die Auswirkungen des Artensterbens und des Klimawandels.
Was ist die Aufgabe der Volksgeister heute? Über den finnischen Volksgeist und die Geschichte Finnlands.

Sonntag, 15.09.19, 10 bis 15:30 Uhr
Fenster zum Kosmos I und II

Über die Gespräche mit einem geistigen Wesen über die Johanni-Epistel und die Michaeli-Epistel aus dem Kultuszusammenhang der Christengemeinschaft; aus dem Flensburger Heft „Fenster zum Kosmos“.
Ort: Antroposofisen seuran huoneistossa; Uudenmaankatu 25 A4; Helsinki

Seminar in Rüttihubelbad, Schweiz, 28. August – 30. August 2020

Was die Naturgeister uns sagen

Wolfgang Weirauch

Unsere ganze Welt ist von unzähligen Naturwesen, astralen und geistigen Wesenheiten durchzogen. Diese Wesen möchten nicht vom Menschen ignoriert, sondern erkannt und berücksichtigt werden. Und sie haben sehr viel zu erzählen!
Von daher ist es ein wirkliches Novum, dass wir seit 17 Jahren durch die Vermittlung von Verena Staël von Holstein im Dialog mit Hunderten von Natur-und Geistwesenheiten sind und dass diese Gespräche mittlerweile in etwa 40 Büchern vorliegen. Auch wenn wir momentan keine weiteren Bücher veröffentlichen, führen wir trotzdem noch neue Gespräche, die bisher unveröffentlicht sind und hier zum ersten Mal vorgestellt werden..

Dieser Kurs wendet sich an alle Interessenten, ohne jede Vorkenntnisse. Anthroposophie lebendig, undogmatisch und konkret!

Kurszeiten: 
Freitag, 28. August 20:00–21:30
Samstag, 29. August 09:00–12:30, 15:00-18:00 und 20:00–21:30
Sonntag, 30. August 09:00-12:00

Ort: Bildungszentrum Rüttihubelbad, CH-3512 Walkringen, 0041/31/7008383
Kontakt: http://www.ruettihubelbad.ch/de/bildung/

 

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